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Kapitel 19

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Die Christen machen einen ferneren Einwurf gegen das göttliche Gesetz, und behaupten, das Gesetz Moscheh’s sei nicht für ewige Zeiten, sondern nur ein zeitweiliges, bis zum Erscheinen Jesu, welcher das Gesetz Moscheh’s aufgehoben und abgestellt, und seinen Jüngern und allen seinen ……

….. behaupten, das Gesetz Jesu sei leicht, das mosaische hingegen mit seinen Geboten schwer zu halten, ist ebenfalls nicht der Wahrheit gemäß, da wir Matth.19,21 finden, Jesus habe zu einem Jünger gesagt: Willst du vollkommen sein, so gehe, verkaufe das Deinige, und gib es den Armen!
Hieraus geht hervor, das Gesetz Jesu gebietet alles Gut, dass man besitzt, den Armen zu geben, das mosaische Gesetz gebietet nur den zehnten Theil des Fruchtertrags wegzugeben, Grund und Boden aber, wie auch neun Theile des Fruchtertrags verbleiben dem Eigentümer.
Dies bewiest wohl, dass das mosaische Gesetz mit seinen Geboten nicht wie sie vorgeben, schwer zu halten, sondern vielmehr geeignet sei, die Wohlfahrt unseres Körpers wie der Seele zu befördern.
Ferner sind sie von allen Geboten des mosaischen Gesetzes befreiet worden, wie kommt es, daß sie einen Theil der verbotenen Verwandtschaftsgrabe beibehalten, und die Ehe mit den sechs Blutverwandten verboten haben, nämlich mit der Mutter, dem Weibe des Vaters, der Schwester, dem Weibe des Bruders, der Tochter und dem Weibe des Sohnes, während sie, in Rücksicht auf die andern Verwandten, sich nicht nach der Bestimmung des göttlichen, uns von unserem Lehrer Moscheh mitgeteilten Gesetzes richten, sondern bald das Erlaubte verbieten, bald das Verbotene erlauben, ohne irgend einen andern Stützpunkt, als ihre eigene Willkür, da im Evangelium keine Bestimmung hierüber zu finden ist?

Überdies, wenn die im Gesetze Moscheh’s verzeichneten Rechtsbestimmungen zwischen Mensch und Mensch, wie sie vorgeben, wirklich aufgehoben worden sind, warum hat ihnen Jesus statt derselben, in seinem Gesetze nicht andere Rechtsbestimmungen gegeben, indem die Christen, in Hinsicht auf manche Rechtsbestimmungen sich noch heutigen Tages nach dem mosaischen Gesetze, in manchem andern hingegen nach menschlichen Gesetzen richten, z. B. nach den Gesetzen des Kaisers oder Magdeburg’s weswegen auch die Statuten dieser Länder nämlich Polen’s und Litthauen’s, der Veränderung und dem Wechsel unterworfen sind, in Folge des Wechsels derjenigen, welche diese Statuten eingeführt haben, denn da Letztere von Menschen, deren Vernunft beschränkt ist, eingeführt worden, so tun es Not, bei jeder Versammlung zu verbessern und das Lückenhafte auszufüllen.