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Kapitel 17

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... und eine zukünftige; aber welcher Vernünftige wird in Wahrheit der Meinung sein, daß das Ereignis mit dem zweiten Tempel eine vollständige Erlösung gewesen sei, da ja damals die vertriebenen 10 Stämme nicht eingesammelt worden, sondern nur zwei und vierzigtausend dreihundert und sechzig Mann vom Stamme Jehuda und Binjamin, die mit Erlaubnis des Coresch, Königs von Persien, aus Babel nach Jeruschalajim zogen?

Ja, sogar die in Babel Befindlichen zogen nicht sämtlich mit, sondern blieb der größere Teil von ihnen dort zurück, und auch die nach Jeruschalajim hinzogen, waren daselbst nicht ganz selbstständig, sondern den Reichen Medien und Persien Untertan, wie es Nechemjah 9,36,37 heißt: Siehe, wir sind heute noch Knechte, und in dem Lande, das du unsern Vätern gegeben, um zu genießen seine Früchte und seine Güter -  siehe! Wir sind Knechte in demselben. Und es bringt Frucht in Menge hervor für die Könige, welche du, unserer Sünden wegen über uns gesetzt hast, und die herrschen über unsere Personen f.f.

Später standen sie lange Zeit unter griechischer und noch später lange Zeit unter römischer Herrschaft; und wiewohl sie sich manchmal gegen ihre Oberherren auflehnten, und einen eigenen König einsetzen, so war dieser kein Abkömmling vom Hause David’s, dem zur Zeit der Erlösung das Königthum gebührte, sondern waren es zuvörderst Chaschmonäer vom Stamme Levi und den Nachkommen der Priesterschaft und nachher deren Sklaven nämlich Herodes und seine Nachkommen bis zur Zerstörung des zweiten Tempels, wie schon oben erwähnt worden (Kap. 14).
Ferner gab es auch im zweiten Tempel werden eine Bundeslade, noch Deckel und Cherubim, weder Urim und Thummim noch eine sichtbare Erscheinung der Gottheit, einen heiligen Geist, Salböl und Feuer vom Himmel; v) wie könnten wir demnach annehmen, wir hätten damals eine vollständige Erlösung und einen heiligen Tempel erlangt?
 

Es war sonst Nichts, als daß Gott ihnen (den babylonischen Juden) bei ihren Überwindern Mitleid verschafft und den Geist des persischen Königs Coresch angeregt, ihnen Erlaubnisse zu erteilen, nach Jeruschalajim zurückzukehren, um daselbst einen Tempel für den Dienst Gottes zu erbauen; w) gerade wie wenn der König von Jischmael, der jetzt über Jeruschalajim regiert, den Juden in manchen Provinzen seines Reiches die Erlaubnisse geben würde, nach Jeruschalajim zu ziehen und dem Namen Gottes einen Tempel zu bauen, jedoch unter der Bedingung, ihm stets Untertan zu bleiben, und es wäre wohl kein Wunder wenn sie sich dann und wann (gegen ihre Oberherrn) auflehnen würden. 

Ganz ähnlich verhielt es sich mit dem zweiten Temple, sie standen noch immer unter dem Einflusse des Exils; und ob auch Herodes - nachdem er viel Blut in Israel, auch der Gelehrten und Frommen, vergossen - einen schönen, stattlichen mit außerordentlichem Kostenaufwande hergerichteten Tempel erbaut; so ist doch kein Zweifel, daß dieser Herodes, dessen Erbauer, unter Botmäßigkeit der Römer stand, und von ihnen zum König eingesetzt worden war, was alles beweist, daß es eigentlich noch immer das erste Exil ist, das fortdauerte vom Tage der Zerstörung unseres heiligen und herrlichen Tempels durch Nebukadnezar, König von Babel, bis auf den heutigen Tag.
Daß aber in Deuteronomium der Trost und die Verheißung der Erlösung nicht wie in Leviticus unmittelbar auf die Strafbestimmungen folgen, hat zur Ursache, weil dort die Worte des Bundes noch nicht zu Ende waren; denn bald darauf (nach den Strafbestimmungen nämlich) wird bemerkt, daß Moscheh ganz Israel zusammenberufen, um sie einen Bund eingehen zu lassen, während sie vor Gott standen, wie es 5.B.M. 29,11 heißt:
Auf daß du eingehest in den Bund des Herrn, deines Gottes, und in seinen Flucht; bei welcher Gelegenheit er zu den früheren noch die Flüche des Bundes hinzufügte.
Dann aber unmittelbar nach sämtlichen Flüchen des Bundes, führt er wohl den vollständigen Trost und die allgemeine Erlösung an mit den Worten 5.B.M. 30,1-10; Und es wird sein, so  über dich kommen werden alle diese Worte der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt, und du wirst der zu Herzen nehmen unter allen Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, verstoßen, und wirst zurückkehren zum Herrn deinem Gott, und gehorchen seiner Stimme, ganz so wie ich dir gebiete, du und deine Söhne mit ganzem Herzen und von ganzer Seele; so wird auch Herr, dein Gott, Zurückführer deine Gefangenen, und sich dein erbarmen, und wieder sammeln aus allen Völkern, wohin der Herr, dein Gott, dich zerstreuet am Ende des Himmels sein werden, von da wird der Herr, dein Gott, dich   sammeln und von da dich holen; und bringen wird dich der Herr, dein Gott, in das Land, das deine Väter besessen, und du wirst es besitzen, und wird dir wohltun und dich mehren, mehr als deine Väter.

Beschneiden wird der Herr, dein Gott, dein Herz und das Herz deines Samens, zu lieben den Herrn, deinen Gott, mit ganzem Herzen und ganzer Seele, auf daß du lebest, und geben wird der Herr, dein Gott, alle diese Flüche auf deine Feinde und Hasser, die dich verfolgt, du aber wird zurückkehren und gehorchen der Stimme des Herrn und beobachten alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete. 
Und der Herr, dein Gott, wird dir Überfluss geben in all deinem Händewerke, an der Frucht deines Leibes und an der Frucht deines Viehes und an der Frucht deines Bodens zum Heile; denn der Herr wird sich wieder freuen über deine Väter;  so du gehorchen wirst der Stimme des Herrn, deines Gottes, zu beobachten seine Gebote und Gesetze, die geschrieben in diesem Buche der Lehre, so du zurückkehren wirst zum Herrn, deinem Gotte, mit ganzem Herzen und ganzer Seele
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Du wirst einsehen, daß dieser ganze Schriftabschnitt sich auf die Zukunft bezieht, da dessen Verheißungen sich weder während des ersten, noch zweiten Tempels erfüllt haben, und umfasst derselbe alle Tröstungen, weil er sowohl unsere materielle, als geistige Erlösung verheißt, was die vollständige, allgemeine Erlösung, die wahre zukünftige Tröstung ist, auf welche wir hoffen, nicht etwa wie jene im Leviticus vorkommende Tröstung, woselbst weder von einer Erlösung noch von den andern in diesem Schriftabschnitte verzeichneten Verheißungen die Rede ist, sondern nur von einer Erinnerung, was auf die Erinnerung und das Wiederbedenken hinsichts des zweiten Tempels hindeutet; denn obschon sie da bedacht wurden, um nach Jeruschalajim ziehen zu dürfen, so verlangten doch selbst die Hinziehenden keine Befreiung von der Untertänigkeit unter den sie beherrschenden Völkern, wie wir bereits erwähnt haben.