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Kapitel 11

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Aber von dem Baume der Erkenntniß des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen, denn am Tage, so du davon issest, mußt du des Todes sterben. 1. B.M. 2, 17.
Die Christen behaupten, in Folge der Sünde Adams, des ersten Menschen, der vom Baume der Erkenntniß gegessen, sei über ihn, seine Kinder und Kindeskinder ein ewiger Seelentod verhängt worden, und seien selbst die heiligen Väter, Propheten und Frommen der Hölle verfallen gewesen, bis ihr Massias und Gott gekommen ist, und hat durch seinen eigenen Tod deren Seelen von der Verdammung erlöst.
 
Als Beweis für ihre Worte führen sie die Verdoppelung des (den Tod bezeichnenden) Ausdruckes מות תמות an, indem sie behaupten, daß diese Verdoppelung nur auf den Seelentod hindeutet.
Ferner führen sie die Worte unseres Urvaters Jakob an, 1. B.M. 37, 35:
Ich werde hinuntersteigen zu meinem Sohne trauernd in den שאול und des Chiskiah, Jes. 38,10:
Ich werde eingehen in die Pforten des שאול ; indem sie der Meinung sind, daß שאיל גיהגםund תפתה eine und dieselbe Bedeutung (nämlich Hölle) hätten.
 
Hierauf diene zur Antwort.
Wenn die h. S. sagt: an dem Tage, so du davon issest mußt du des Todes sterben; so ist hierunter nicht buchstäblich gemeint, daß er (Adam) am Tage seines Essens wirklich sterden werde, wie er ja auch am Tage seines Essens nicht gestorben ist; sondern soll dies besagen, an dem Tage, so du davon issest, hast du die Todesstrafe verwirkt.

o) Aehnlich 1. Könige 2,37: Am Tage so du hinausgehest, und setzest über den Bach Kidron, wisse, daß du des Todes sterben mußt.

 

 

Schimei aber ist nicht gestorben an dem Tage, da er aus Jeruschalajim gegangen, sondern nachdem er von Gath nach Jeruschalajim zurückgekehrt war.

Ferner bezieht sich der Ausdruck: Mußt du des Todes sterben, nicht auf den Tod allein, sondern enthält auch eine Andeutung auf die andern körperlichen Strafen, womit ihn Gott nach seinem Sündenfall bestraft hat, welche Strafen Gott ausgesprochen 1: B.M. 3,17-19: Verflucht sei der Erdboden deinethalben, mit Beschwerde sollst du von ihm essen alle Tage deines Lebens, und Dornen und Disteln soll er dir wachsen lassen f.f.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brodt essen f.f

 

Es wäre nicht gerecht gewesen, daß Gott ihm (dem Adam) nach der Sünde mehr Strafen zugeschickt hätte, als er ihm vor der Sünde ausdrücklich augedroht hatte; jedoch weil der köperliche Tod die schwerste Strafe ist, schwerer als alle körperliche Strafen; so begriff Ersterer auch die Letzteren, womit die Menschenkinder heimgesucht werden, in sich.

Als Beweis dienen die Worte der heiligen Schrift: Es sollen nicht getödtet werden Väter um der Kinder willen, und Kinder sollen nicht getödtet werden am der Väter willen f.f.

indem hier gewiß nicht nur vom Tode allein, sondern auch von andern in dem Ausdruck Tod inbegriffenen Strafen die Rede ist; denn so wie Väter nicht getödtet werden dürfen, wenn die Söhne vor Gericht sich des Todes schuldig gemacht haben, so dürfen die Väter auch nicht anderweitig gestraft werden, wenn die Söhne sich anderweitiger Strafen schuldig gemacht haben, und auch umgekehrt.

Dadurch aber, daß die Schrift das Verhängniß anderweiter körperlicher Strafen über den Menschen zuvörderst vorauschickt, und dann mit der Todesstrafe schließt, wie es 1.B.M. 3,19 heißt:
Denn Staub bist du und zu Staub sollst du wieder zurückkehren, hat sie ihm kundgethan, daß dessen Tod erst zu Ende der ihm bestimmten Zeit eintreten werde, nachdem er bereits die ihm während seines irdischen Lebens auferlegten Strafen erlitten; denn wäre er schon am Tage da er gegessen, gestorben, so wäre ihm weder Zeit geblieben, diese Strafen zu erleiden, noch Kinder zu zeugen und das menschliche Geschlecht fortzupflanzen.
 
Zugleich hat die Schrift durch die Worte: Denn Staub bist du und zu Staube sollst du zurückkehren, zu erkennen gegeben, daß unter dem über den ersten Menschen, vor dessen Sündenfall durch den Satz: du mußt des Todes sterbenverhängten Tod, Tod des Körpers zu verstehen sei; da ja zum Staube nur zurückkehrt, was Staub ist, und so auch jedes Element zu seinem Elemente.
Dasselbe sagt auch König Schelomoh Pr. 12,7: Es kehrt zurück der Staub zur Erde, wie er gewesen, der Geist aber kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben.
Du ersiehst nun schon aus dem einfachen Sinn der Schriftverse, daß der Satz, du mußt des Todes sterben, den Tod des Körpers und die andern dort erwähnten körperlichen Strafen bedeute.
 
Außerdem lehrt uns noch die Vernunft, daß besagter Tod unmöglich Seelentod bedeuten könne o 1); denn so wie Erhaltung der Seele, durch die Uebung des göttlichen Willens bewirkt wird, so wird auch deren Tod nur durch die Uebertretung dieses Willens, wie z. B. durch den Genuß verbotener Speisen bewirkt.
So heißt es 3. B.M. 7,25: Wer Unschlitt isset von einem Vieh, davon man Feueropfer bringt dem Herrn, so soll die Person, die da isset, ausgerottet werden aus ihrem Volke.
Ferner ebend. 27: Jede Person, die irgend Blut isset, soll ausgerottet werden aus ihrem Volke.
Der Ausdruck: aus ihrem Volke, will sagen, es werde dieser Seele nicht gestattet sein mit ihrem Volke, nämlich mit den Frommen, Gemeinschaft zu haben und sich zu verbinden: wie es im Gegentheil von dem Frommen heißt, er ward gesammelt zu seinem Volke, was sagen will, er habe Gemeinschaft und sei verbunden mit den Geistern der Frommen, welche unter der Bezeichnung sein Volk gemeint sind.

 

 
Zum Beweise, daß die h. S. nicht von den Körpern redet, heißt es von unserem Lehrer Moscheh 5.B.M. 32,50: Werde gesammelt zu deinem Volke, während doch sein Volk nicht auf dem Berge Abarim war; der Ausdruck sammeln kann wohl von der Seele gebraucht werden; es heißt: Die Herrlichkeit Gottes sammelt dich ein. Jes. 58,8.
Auch die Worte der h. S. 3.B.M. 22,3: Die Steele soll ausgerottet werden von meinem Angesichte hinweg, ich, der Herr, enthalten die Andeutung, daß die Seelen von einem heiligen Orte ausgehen, und wenn sie Verdienste haben, dahin zurückkehren.
Du ersieht mithin aus der Bedeutung der Schriftverse, daß nur die Seele, welche sündigt, stirbt, d. h. ausgerottet wird von dem Angesichte Gottes hinweg; die Seele hingegen, die Verdienste erworben, die kehrt zu Gott zurück, der sie gegeben, an den Ort, wo sie vormals ihren Wohnsitz gehabt, um des Abglanzes der Gottheit, während eines ewigen Lebens in Gemeinschaft mit den Seelen der Propheten und Frommen zu genießen.

 

Darum aber ist es nicht an dem, was die Christen behaupten, daß die heiligen Väter, die Propheten und Frommen wegen der Sünde Adams, des ersten Menschen, dem Höllenpfuhl anheim gefallen wären; fern ist von Gott ein solches Anrecht, seine Frommen die Hölle sehen zu lassen, die von ihm Begünstigten zu verwerfen, und die von ihm Geliebten zu hassen; zumal, nachdem er sie mit besonderer, wunderbarer Liebe geliebt und vor jedem Anfall bewahrt, während ihre Seelen noch den gebrechlichen, schlechten Leib bewohnten, und an ihm festgebannt waren, wie könnten wir glauben, er werde an dem Tage, da ihre heiligen Seelen sich von diesen Leibern trennen, in ihren Feind umschlagen, und sie in die Tiefen der Hölle fahren lassen?
Fern ist dies von ihm ein solcher Gedanke kann bei keinem Vernünftigen Eingang finden.
Ja, wäre es wie sie vorgeben, wie könnte der Prophet Jonah sagen 4,3: Und nun Herr, nimm doch meine Seele von mir, denn besser ist mir der Tod, als das Leben, wie wäre ihm auch Tod besser als das Leben, wenn seine Seele mit dem Tode zur Hölle fahren sollte?
Wir finden von Chanoch und Eliah, Gott habe sie zu sich genommen; dies Zusichnehmen kann nicht vom Körper zu verstehen sein, sondern von der Seele, die (allein) jenseits an ihrem Orte ist; hätten aber ihre Seelen zur Hölle fahren müssen, wie konnte sie Gott zu sich nehmen?

 

Was sie ferner glauben, daß der Messias, ihr Gott, durch seinen Tod die Seelen der Verstorbenen unter den Menschen aus der Hölle erlöst habe, auch dies Vorgeben ist ungereimt; denn wie wäre es möglich, daß eine Sünde, nämlich die, daß der erste Mensch vom Baum der Erkenntniß gegessen, durch eine noch schwerere Sünde, nämlich die der Tödtung des Leibes ihres Gottes gesühnt werden sollte?
Nach ihrem Vorgeben hat er, Jesus, durch seinen Tod die Seelen der Väter und Kinder sowohl der früheren als spätern, aus der Hölle erlöst; p) nun seine Jünger, Apostel und Anhänger, die durch Urteilsspruch der Römer und andere ebenfalls getödtet worden, wessen Seelen haben die durch ihren Tod erlöst?
Wir finden übrigens in ihrem Evangelium, daß der Apostel Paulus dieser Meinung widerspricht, im Sendschreiben an die Römer Cap. 5, V. 14, woselbst er sagt: doch herrschte der Tod von Adam an bis auf Moses über die, welche auf dieselbe Weise wie Adam gesündigt hatten.
Mit diesem Satze bekundet Paulus ein Zwiefaches, ihrem Glauben entgegen.
Erstens daß der Engel des Todes keinesweges über die Propheten und heiligen Frommen Gewalt gehabt, sondern lediglich über diejenigen, die auf dieselbe Weise wie Adam gesündigt und zweitens, daß der Tod nicht geherrscht von Adam bis Jesus, wie sie glauben, sondern nur von Adam bis Moses. Wollte Jemand einwenden, es stehe im Evangelium nicht, über die, welche auf dieselbe Weise wie Adam gesündigt, wie du anführst, sondern vielmehr, über die, welche nicht auf f.f.; so möge dieser nur die Angen öffnen und sehen, was Ambrosius, Erzbischof von Mainland, schreibt, daß nämlich dieser Satz, in den Handschriften der Griechen verfälscht worden, und daß, noch zu seiner Zeit in lateinischen Handschriften die Lesart so war, wie wir eben angeführt, welche Lesart auch die Übersetzung des Simeon Budny beibehalten.
Du findest diesen Gegenstand wohl erörtert in der Schrift des Martin Cziechowitz betitelt Abhandlung dreier Tage Seite 51.
 
 
Aus dem angeführten Satze des Paulus scheint sich auch zu ergeben, daß die 3.B.M. 18,15 vorkommende Vorschrift: Beobachtet meine Satzungen und Rechte, welche der Mensch üben soll, auf daß er durch sie lebe, eine besondere Aufhebung enthalte, jener dem Adam mitgetheilten Strafbestimmung, am Tage, so du davon issest mußt du des Todes sterben; q) so wie die Bestimmung: die Erde wird geben ihren Ertrag und der Baum des Feldes seine Frucht, 3.B.M. 26,4, eine solche Aufhebung enthält des Fluches: Dornen und Disteln soll er dir wachsen lassen. Denn wenn die Schrift sagt, auf daß er durch sie lebe, so ist hierunter nicht das körperliche Leben gemeint, da wir ja mit Sinnen wahrnehmen, daß die Beobachter der göttlichen Gebote hinieden auf Erden nicht länger zu leben pflegen, als die Uebertreter derselben; fondern ist der Sinn vielmehr: zwar hat Adam, der erste Mensch, dadurch, daß er den Befehl Gottes übertreten, und von dem Baume der Erkenntnitz gegessen, die Veranlassung gegeben, daß über ihn, wie über diejenigen seiner Nachkommen, die in seinen Fußstapfen wandeln und die Bestehle Gottes übertreten, der Seelentod neben körperlichen Strafen verhängt worden; r) allein die Nachkommen Abrahams des Dieners, die Söhne Jakobs, des Erwählten Gottes, sobald sie die göttlichen Gebote üben, verzeichnet in der Lehre Moscheh’s, genannt Baum des Lebens, wie es heißt ein Baum des Lebens ist sie für die, welche daran festhalten,  Spr.Schel.3,18: werden des Glückes des jenseitigen Seelenlebens theilhaft werden und auch den schweren, körperlichen Leiden entgehen, wie dies mit einzelnen ausgezeichneten Menschen B. Noah, Chanoch,  Abraham, Jizchak und Jakob schon vor der göttlichen Gesetzgebung der Fall gewesen.
 

Denn bewahre, diese find nicht in Folge der Sünde Adams, mit Seelentod bestraft worden, wie es von Chanoch 1. B.M. 5,25 heißt: Gott habe ihn zu sich genommen; ebenso sind sie auch den körperlichen Strafen entgangen, was die heilige Schrift von Noah, dem Frommen, bekundet ebbend. V. 29: Dieser wird uns trösten über unsere Arbeit und die Beschwerden unserer Hände, von dem Erdboden, den der Herr verflucht hat; ferner von Jizchak; Jizchak säete in diesem Lande und gewann in diesem Jahre hundertfältig, so segnete ihn der Herr, ebendaselbst 26:12.

Das Gegenteil findet sich bei Kain, da heißt es: Wenn du den Erdboden bearbeiten wirst, so soll er dir nicht mehr seine Kraft geben, ebendaselbst 4,12; ja, wenn du die über Adam verhängten Strafen genau betrachtest, wirst du finden, daß sie alle an Kain wirklich vollzogen worden; eben weil er in Adams Fußtapfen gewandelt.

Hingegen wer den Willen seines Schöpfers stets mit ganzem Herzen und ganzer Seele erfüllt, gleich unserem Urvater Abraham, der ein solcher genannt wird der Gott liebt, Jes. 41,8: Same Abrahams, dessen, der mich liebt, den liebt auch Gott wieder mit wunderbarer Liebe.

So hat er (Gott), aus Übermaß der Liebe gesucht, ihn (Abraham), durch seine Gebote, glückselig zu machen, und darum ihm und dessen Nachkommen das Gebot der Beschneidung gegeben, um die fleischliche Lust, die bei Adam und dessen Nachkommen, durch den Genuß vom Baum der Erkenntniß, an Stärke zugenommen hatte, bei ihnen zu schwächen, und so hat er sie auch wieder, sowohl vermittelst dieses Gebotes, wie auch anderer Gebote der Gotteslehre, welche Baum des Lebens genannt wird, des ewigen Seelenlebens theilhaft gemacht, worauf eine Andeutung enthalten ist, in den Worten, er wird essen und ewig leben. (1. B.M. 3,22)

Letzteres bekundet nun der Satz, welche der Mensch üben soll, auf daß er durch sie lebe, im Pentateuch, und finden wir dasselbe auch ganz in denselben Ausdrücken, zwei bis dreimal wiederholt im Propheten Jecheskel 20, 11, 13, 21; und zwar nachdem er schon früher Cap. 18 deutlich zu erkennen, daß er von dem Seelenleben rede, denn es heißt daselbst (V. 21) er beobachtet Recht und Tugend, der wird leben und nicht sterben; ferner (V. 27) und übet Recht und Tugend, so wird er seiner Seele das Leben erhalten; es ist aber bekannt, daß es sonst kein Leben giebt, auf den nicht Tod folgt, ausgenommen das ewige Leben der Seele allein.

Und da das Weib den Tod des Menschen in die Welt gebracht, denn Chawah war es, die den Adam verführt hatte, wie es 1. B. M. 3,12 heißt: Das Weib, das du mir gegeben, das gab mir von dem Baume, und ich aß, die Gotteslehre aber den Zweck hat, den Makel der Sünde wegzuschaffen; darum mußte bei der Gesetzgebung die Warnung erfolgen, keinem Weibe zu nahen, wie 2. B. M. 19,15 geschrieben steht: Haltet euch bereit auf den dritten Tag, und kommt keinen Weibe nahe, in Anbetracht, daß eine Krankheit durch entgegenwirkende Mittel geheilt wird, und ein Ankläger nicht Fürsprecher werden kann.

Alle diese Beweise müssen dir dartun, daß die Frommen und heiligen Väter keineswegs in Folge des Sündenfalls von Adam, zur Hölle gefahren und Seelenstrafen erlitten haben, da sie nicht wie jener dem Willen Gottes zuwidergehandelt, sondern haben sie vielmehr Gunst in den Augen des Herrn gefunden, und ist ihnen ewiges Heil beschieden worden, durch eigenes Verdienst, ohne gemäß den willkürlichen Erdichtungen der Christen zu solchem Heil des Verdienstes Anderer zu bedürfen.  

Dasselbe sagt Jecheskel 18,20: Nur die Seele, die gesündigt hat, die stirbt, der Sohn büßt nicht für die Sünde des Vaters, und der Vater büßt  nicht für die Sünde des Sohnes; das heißt der Tod trifft die Seele nur in Folge ihrer eigenen Sünden, nicht aber in Folge der Sünde Anderer, was dort in den Worten des Propheten deutlich auseinander gesetzt ist.

Wenn es jedoch in der Heiligen Schrift 2. B.M. 20,5 heißt: Er ahndet die Sünde der Väter an den Kindern f.f. so ist dies nur gemeint, wenn die Kinder die Handlungsweise der Eltern fortsetzen, was auch besagt wird mit den Worten, so sie mich hassen; und so verhält es sich mit allen dergleichen Stellen.

Auf ähnliche Weise spricht sich der Sänger dar Klagelieder aus; 5,7: Unsere Väter haben gesündigt und sind nicht mehr, und wir büßen auch ihre Schuld; d.h. unsere Väter hatten durch ihre Sünden das Exil veranlaßt und sind, nachdem sie die Last des Exils getragen, gestorben; wir aber, die wir an ihrer Statt nun im Exil verblieben, büßen für unsere eigenen Sünden und zugleich auch für die Sünden unserer Väter mit, weil wir die Handlungsweise derselben, selbst im Exil fortsetzen, wie geschrieben steht 3. B.M. 26,39: Die Übrigen von euch werden hinschwinden durch ihre eigne Sünde, in den Ländern eurer Feinde, und auch durch die Sünden ihrer Väter, so sie solche beibehalten, werden sie hinschwinden.

In der That, die wenigen Frommen, die sich zur Zeit des Exils vorfanden, z. B. Jirmejah, Baruch, Sohn Neriah’s, Jecheskel, Daniel mit seinen Genossen und andere, wiewohl sie, als Theile der sündigen Nation, mit der Gesamtheit ins Exil wandern mußten; so hat doch dieses Exil nur ihr Wohlergehen befördert, indem sie bei den heidnischen Königen im Exil in weit höherem Ansehen standen, als bei den israelitischen Königen, zur Zeit der Herrschaft derselben, was die h. S. von Jirmejah, Daniel und Genossen bezeugt.

Dies aber geschah, weil sie die Handlungsweise ihrer sündhaften Väter nicht fortsetzten; darum durften sie auch für ihre Väter nicht büßen.

Demgemäß konnten nun die über Adam verhängten Strafen und Flüche dessen fromme, den Willen Gottes vollziehende Rachkommen nicht treffen, sondern nur diejenigen, die in dessen sündhaften Fußstapfen wandelten, wie oben gezeigt worden.

Ja, wir finden ferner in ihrem eigenen Evangelium eine Stelle, die dieser ihrer Behauptung zuwider läuft, nämlich Lukas 16, 19 f.f. wird erzählt, daß der arme Lazarus nach seinem Tode im Schoße unseres Vaters Abraham der Seligkeit genoß.

Mithin waren Abraham und Lazarus nicht in der Hölle; und geht hieraus notwendig hervor, daß auch vor Jesus nicht die Frommen, sondern nur die Rauchlosen zur Hölle gefahren sind.

Was ihren Beweis betrifft von der Verdoppelung תמות מות, welche Verdoppelung, nach ihrer Behauptung, lediglich den Seelentod bedeutet, so enthält dieser Beweis keine Wahrheit, indem es ein Gebrauch der hebräischen Sprache ist, an den meisten Stellen, dem Verbum Finitum den Infinitiv vorhergehen zu lassen, so z. B.: Geh! Sage ihm do wirst genesen, aber der Herr hat mir gezeigt, daß מות ימות (er sterben wird). 2. Kön. 8, 10.

Diese Worte bilden die Antwort auf die frage: Werde ich wohl genesen von dieser Krankheit?

Die Antwort aber muß der Frage entsprechen.

So wie nun die Frage lediglich Leben oder Tod des Körpers betraf; so bezieht sich auch die Antwort, trotz der Verdoppelung ימות מות lediglich auf den Tod des Körpers und auf nichts Anderes.
Dieselbe Bewandniß  hat es 1. Schem. 14, 3, mit
תמות מות bei Jonathan und ebend. 22, 16, bei Achimelech; wiewohl hier der Ausdruck der den Tod bedeutet, doppelt steht, so ist dennoch nur der körperliche Tod gemeint; vergl. 2. B.M. 21, 20: ינקם נקם (ebend.19,13) יסקל סקול
יירה ירה. B. M. 15, 13. תדע ידע 2. M. 19,5, תמעו שמע u. dergl. m.

Hinwieder finden wir auch, daß der Ausdruck der Tod bedeutet, nicht doppelt steht, obschon er auf den Tod
der Seele zu beziehen ist, z. B: Die Seele, die sündigt, muß sterben. Jecheskel 18, 4.
Auch was den andern Beweis betrifft von den Worten unseres Vaters Jakob.

1. B.M. 37,35: Ich werde hinunter steigen zu meinem Sohne, trauernd in den שאול und des Jechiskiah, Königs von Jehudah, Jeschaj 38,10: Ich werde eingehen in die Pforten des שאול; wo sie behaupten, daß das Wort שאול durchaus nur mit גיהנם und תפתה einerlei Bedeutung habe; so verhält sich die Sache in der That nicht so, sondern ist das Wort שאול auch synonym mit Tod, Grab und Erdentiefe.
Mit Tod, wie
 לשאול שתו (dem Tode verfallen sie) Pf. 49,16; s) ferner  כי לא שאול תודך  (denn der Tod lobt dich nicht) Jes. 38, 18; mit Grab wie  מי יתן בשאול תצפינני (O, möchtest du mich im Grabe bergen) Job. 14,13; ferner בשאול אשר אתה הולך שמה (in dem Grabe, wohin du gehest) Prediger 9,10; und diese Bedeutung hat auch  כי ארד אל בני אבל (ich werde hinuntersteigen zu meinem Sohne trauernd in das Grab)  אלכה בשערי שאול  (ich werde eingehen in die Pforten des Grabes); mit Erdentiefe, wie ואציעה שאול הנך (und bettete ich mir die Erdentiefe, da bist du) Pf. 139,8; ferner עמקה משאול מהתדה (tiefer denn Erdentiefe, was willst du wissen?) Job. 11,8.
So hat auch Simon Budny, der jüngste christliche Übersetzer nirgends שאול mit Hölle übersetzt, sondern manchmal mit Grab oder Grube oder Erdentiefe, wie diejenigen, die seine Übersetzung aufmerksam lesen, wissen werden.

 

 

 

 
 

 

 

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