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Kapitel 13

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Und es werden sich segnen mit deinem Samen alle Völker der Erde, weil du gehorcht hast meiner Stimme. A. B. M. 22,18.
Die Christen führen diesen Vers als Beweis für ihren Glauben an, indem sie behaupten, daß unter dieser Versicherung, welche Gott dem Abraham gegeben, daß mit seinem Samen sich alle Völker der Erde segnen werden, kein sonstiger Abkömmling von Abraham gemeint sei, als nur Jesus allein, der den vorzüglichsten Samen Abrahams ausmache; und so sei auch wirklich diese Versicherung, durch keinen Einzigen der abrahamitischen Abkömmlinge in Erfüllung gegangen, als nur durch Jesus allein; denn nur durch ihn und Niemand sonst seien alle Völker der Erde gesegnet worden, insofern sie durch ihn zur Erkenntniß Gottes und zum Heil der Seele gelangt wären.
 
Antwort:
 

Auch hier ist ihr Irrtum jedem Denkenden einleuchtend.
Es ist eine Gewohnheit der Christen, daß sie von aus dem Zusammenhange gerissenen Worten der Offenbarung, Beweise für ihren Glauben heranbringen, ohne weder diese Worte genau zu verstehen, noch die demselben an Ort und Stelle nahestehenden oder sonst ähnlichen Worte zu beachten.  

So führen sie auch hier den Schriftvers: Es werden sich segnen mit deinem Samen alle Völker der Erde, als Beweis an, ohne die Augen zu öffnen, daß es in dem vorhergehenden Verse heißt: So werde ich auch segnen und vermehren deinen Samen wie die Sterne des Himmels und den Sand am Ufer des Meeres, und einnehmen wird dein Samen das Thor seiner Feinde; unmittelbar darauf aber heißt es: Es werden sich segnen mit deinem Samen all Völker der Erde, woraus hervorgeht, daß die h. S. nicht von einem einzelnen Menschen spricht, sondern von dem ganzen Samen insgesamt, nämlich: die ganze Menge deines Samens, welche Menge mit den Sternen des Himmels und dem Sande am Ufer des Meeres zu vergleichen sein wird, mit diesem Samen nun werden alle Völker der Erde sich segnen.
Dieser Same aber ist die israelitische Nation in ihrer Gesamtheit, wie unser Lehrer Moscheh bezeugt, indem er sagt: Der Herr, euer Gott hat euch gemehrt, und siehe, ihr seid heute wie die Sterne des Himmels an Menge. 5. B.M. 1,10.
So hat auch Gott dem Jizchak und Jacob dieselbe Versicherung gegeben; zu Jizchak sprach er, 1. B.M. 26,4: Ich werde vermehren deinen Samen f.f. Ich werde geben deinem Samen alle diese Länder, und werden sich segnen mit deinem Samen alle Völker der Erde; zu Jakob ebend. 28,14: Und sein wird dein Samen wie Staub der Erde, und wirst dich ausbreiten nach Abend und Morgen und Mitternacht und Mittag, und werden sich segnen mit dir all Geschlechter des Erdbodens und mit deinem Samen.

Dadurch, daß Gott auch zu Abraham gesagt 1. B.M. 12,3: Ich werde segnen die dich segnen, und wer dich flucht, den werde ich fluchen, und werden sich segnen mit dir alle Geschlechter des Erdbodens; ingleichen ebend. 18,18: Und Abraham wird doch werden zu einem großen und mächtigen Volke, und werden sich segnen mit ihm alle Völker der Erde, hat die h. S. kund getan: sowie unsere heiligen Väter die Versicherung erhalten, daß all Völker der Erde sich mit ihnen selbst segnen werden, weil sie diese Völker mit dem Dasein Gottes, seiner Einheit, Vorsehung und Allmacht bekannt gemacht, indem sie aller Orten, wohin sie kamen, den Namen Gottes angerufen, wodurch ausgezeichnete Einzelne unter den Völkern zur Erkenntnis Gottes, welche deren Inhabern den wahren Segen und das Seelenheil bringt, gelangt sind; ebenso ist jenen Vätern auch die Versicherung geworden, daß deren Nachkommen in deren Fußtapfen wandeln, und deren  Handlungsweise nachahmen werden, wie 1. B.M. 18,19 steht: Denn ich liebe ihn, weil er befehlen wird seinen Söhnen und seinem Hause nach sich, daß sie beobachten den Weg des Herrn zu üben Jugend und Gerechtigkeit, auf daß der Herr über Abraham bringe, was er über ihn verheißen hat.

So steht auch Jer. 51,2: Schauet auf Abraham euern Vater; auf Sarah, die euch gebar; denn Einer war er, als ich ihn berief, und ich segnete ihn und vermehrte ihn.
Bekannt ist es auch, daß der Segen und das Seelenheil den Völkern der Welt nur vermittelst des israelischen Volks zufließen wird; da dies die h. S. an vielen Orten bekundet, wovon ich einige anführen will.
4. B.M. 10,32: Und es wird sein, wenn du mit uns gehest, so werden wir von dem Guten womit der Herr uns wohl thun wird, auch dir wohl thun.
Jes. 14,1: So sich der Herr erbarmet Jakobs und wieder Wohlgefallen findet an Israel und ihnen Ruhe schenkt auf ihrem Boden; so wird der Fremdling sich ihnen anschließen, und sich gesellen zum Haute Jakobs.

Ebend. 56,6.7: Und die Fremdlinge, die sich dem Herrn anschließen, ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben, ihm Knechte zu sein, wer da wahret den Ruhetag, ihn nicht zu entweihen, und die festhalten an meinem Bunde; die werde ich bringen zu meinem heiligen Berge und sie erfreuen in meinem Bethause f.f.
Ebend. 60,3: Und es wandeln Völker bei deinem Lichte und Könige die dem Strahl deines Glanzes.
Secharjah 2,15: Und es werden sich viele Völker an den Herrn anschließen am selben Tage und mir ein Volk sein; ich aber werde wohnen in deiner Mitte, und du wirst wissen, daß der Herr Zebaoth mich zu dir gesandt hat.
Ebend. 8,23: So spricht der Herr Zebaoth: in jenen Tagen, da werden ergreifen zehn Männer aus allen Zungen der Völker, sie werden ergreifen den Zipfel eines jüdischen Mannes und sprechen: wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, Gott ist mit euch.
Ps. 67; Gott sei uns gnädig und segne uns, lasse sein Antlitz und leuchten, daß am erkenne f.f. bis zu Ende des Psalms.
Es gibt dergleichen Verse noch viele; und werden solche mit der Hilfe Gottes noch ausführlicher erwähnt werden in Kap. 20 dieses Buches.